Crosser rüsten auf: iPhone statt CarbonCrosser rüsten auf: iPhone statt Carbon

DM Kleinmachnow

Bei der Cross DM am vergangenen Wochenende in Kleinmachnow fand ich eine hervorragende Möglichkeit mich während der Rennen mit meinem Lieblinsgsspielzeug (neben dem Crossrad natürlich) zu beschäftigen. Mit dem iPhone streamte ich die Rennen live ins Internet. Kurz nachdem der Link via cx-sport.de und Twitter die Runde machte, fanden sich zahlreiche Zuschauer ein. Hier nun ein kleiner Erfahrungsbericht in der Hoffnung, dass sich der ein oder andere davon inspirieren lässt. Auch andere vom Fernsehen vernachlässigte Sportarten wie z.B. MTB könnten so den Weg zum Zuschauer finden.

Technische Vorraussetzungen:

So einen Stream einzurichten ist kein Hexenwerk: Ein Smartphone mit Datenflat und ein Account bei einem geeigneten Portal, mehr braucht es nicht.

Es gibt einige Portale, die für solche Livestreams zur Verfügung stehen (z.B. ustream, justin.tv, qik). Nachdem ich die Webseiten und Konditionen verglichen habe, bin ich schon allein aus Gründen der Optik und Sympathie bei "bambuser.com" hängengeblieben. Kostet nix, man kann so viel wie man möchte streamen, es gibt keine Begrenzung.

Also ganz einfach ein Konto einrichten, iPhone-App (gibt’s auch für alle möglichen anderen Systeme) runterladen und los geht's.  In der App kann man den Stream zum testen erstmal auf "privat" einstellen, man will ja nicht gleich sein Wohnzimmer ins Internet stellen. In der App kann man auch die Qualität wählen. Ich habe es dieses Wochenende mit "medium" versucht - bei ordentlicher Internetanbindung ist also sogar bessere Qualität machbar.

Am Veranstaltungstag ging es also dann das erste Mal los. Bei Facebook schnell den Link zu Twitter gepostet, dort kann man prima (aus der bambuser-App heraus) bekannt geben, wenn man "auf Sendung" geht. Und ja, erstmal hat man keine Ahnung, wie das beim Zuschauer aussieht, ob der überhaupt was sieht und hört. Die ersten Kommentare waren da also sehr hilfreich.

Das Filmen:

Beim Filmen mit der App sieht man natürlich im Display, was man gerade aufnimmt, zusätzlich gibt es noch einen Chat-Overlay. Die Zuschauer können also per Tastatur Fragen stellen oder Feedback geben. Der Filmer sieht das dann und kann per Stimme antworten. Selber tippen ist nicht vorgesehen und würde ja auch keinen Sinn machen. Wenn man die App schliesst, beendet das natürlich den Stream - eben mal ne Mail schicken oder nochmal zu Facebook oder Twitter wechseln, geht also während des Streamens nicht. Da könnte evt. auch noch eine weitere Person hilfreich sein, die sich dann um Abstände und Platzierungen kümmern kann.

 


Auch an der Strecke wurde der Stream beobachtet. (Tobias Deprie, Julian Lehmann)

Beim Filmen stößt man auf ein paar "Schwierigkeiten": Live auf Sendung zu sein ist halt anders, als wenn man die Videokamera benutzt. Man kann nicht Aufnahme und Stop drücken für die besten Szenen. Man lässt die Kamera ja einfach laufen, auch wenn man sich durch die Gegend bewegt oder man Freunde trifft mit denen man gerne ein bisschen schnacken möchte (aber wer will schon sein Privatgespräch live ins Internet streamen). Um den Stream möglichst interessant zu machen, wechselt man dann auch regelmässig den Standort. In Kleinmachnow war es wegen der vielen Zuschauer aber teilweise gar nicht mehr so einfach an die Strecke zu kommen. Ein kontroverser Punkt ist dann auch die Frage, wen man eigentlich filmt. Natürlich geht es bei der deutschen Meisterschaft um die Spitze des Rennens, aber viele Zuschauer wollen auch ihre Lieblingsrennfahrer sehen. Ich habe versucht, da einen Kompromiss zu finden, was dann wiederum vlt. auch nicht für jeden passt.

 

Nach dem Livestream:

Nach dem man den Livestream beendet hat, versucht die Bambuser-App gleich alle Daten, die nicht durch die Leitung gepasst haben, nachträglich hochzuladen. Das verbessert dann die Qualität des aufgezeichneten Streams. Man kann das aber auch später machen. Ich habe das zum Beispiel nachts über das heimische WLAN erledigt. Mit zusätzlich rund 750 MB für das ganze Wochenende dauert das selbst bei einer ordentlichen Anbindung noch lang genug.

Datentarif:

Wie schon gesagt, ich hatte das eigentlich nur als kleines Experiment gestartet und dachte "achja, ich hab ja ne Daten-Flat". Leider sind Flatrates aber heutzutage keine echte Flat mehr. Ab einem gewissen Volumen wird die Geschwindigkeit extrem (!) gedrosselt und das ist das, was beim Elite-Rennen passiert ist. Es ist also ratsam, sich vorher zu überlegen, ob der Tarif ausreicht. Aber wenn man bedenkt, dass mein Tarif mit 1GB Volumen trotzdem über 4 Stunden Stream zugelassen hat, relativiert sich das auch - wenn man nicht gerade eine ganze DM filmt...

Nebenbei noch ein paar weitere Ideen um Crossfans auf dem Laufenden zu halten, bis das Fernsehen dann endlich entdeckt, wie spannend Crossrennen sind:

Twitter:

Ich habe ja weiter oben schonmal Twitter erwähnt: Twitter ist eine tolle Möglichkeit mal eben vom Smartphone Ergebnisse, Zwischenstände oder Fotos zu posten. Vielleicht wäre das ja eine Anregung für den ein oder anderen, der bei Rennen unterwegs ist: Mal eben die Ergebnisliste fotografieren und twittern, den Zieleinlauf bekannt geben usw. geht ruckzuck und alle, die es interessiert, sind in Echtzeit informiert. Wenn da Interesse besteht, kann ich gerne dazu auch nochmal mehr schreiben...

Internet-Radio:

Eine Idee habe ich noch im Hinterkopf, die vielleicht noch einfacher umzusetzen wäre: Internet-Radio. Für einige Rennen wäre es denkbar, dass man einfach nur Sprache ins Internet streamt. Das wäre für denjenigen, der streamt, einfacher zu handhaben, und im einfachsten Falle würde man einfach ein internetfähiges Telefon an die Anlage des Sprechers anschliessen. Wenn man dann noch so einen erstklassigen Sprecher wie am Wochenende Peter Rohde hat, bekommt man auch schon eine ganze Menge vom Geschehen mit...

Mein Fazit: Ich ärgere mich natürlich sehr, dass es mit dem Stream im Elite-Rennen nicht mehr wie geplant geklappt hat. Obwohl die Aktion im Vorfeld nicht angekündigt und recht experimentell war, gab es bis jetzt fast 6000 Views und beim Elite-Rennen haben sich rund 700 Zuschauer live in den Stream eingeschaltet. Das hätte ich so natürlich nicht erwartet! Mit ein bisschen besserer Planung hätte das sicherlich noch ganz anders ausgesehen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Aktion hat gezeigt, was wir heutzutage für technische Möglichkeiten haben. Ich für meinen Teil möchte in der nächsten Saison aber doch lieber wieder selber Rennen fahren, und würde mich freuen, wenn ich dann auch mal auf einem Livestream zu sehen bin.

Hier nochmal der Link zu den aufgezeichneten Videos: http://bambuser.com/channel/schmodder

Crosser rüsten auf: iPhone statt Carbon

Fakten zum Event

Termin: 07.01.2012
Webseite:
Ergebnisse:
Fahrer Klasse Platz
Jörn Führing Elite 35.
Nicole Walker-Olberding Frauen Elite 8.
Telse Faust Frauen Elite 21.
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Kommentare

Hi, coole Idee mit dem

Hi,

coole Idee mit dem Stream.
Standortwechsel finde ich nicht so klasse, das schaut doch dann bescheiden aus.
Gäbe es eine Möglichkeit zwischen zwei aktiven Kameras hin und her zu schalten?

Grüße,
Alex

Hi Alex, ein Möglichkeit bei

Hi Alex,
ein Möglichkeit bei Smartphones gibt es so wohl nicht. Dafür müsste man dann einen Computer laufen haben, auf dem dann wiederum die Signale der Kameras ankommen (anstatt direkt ins Netz zu senden). Das ist natürlich schon aufwendiger, da muss ja auch jemand am Rechner sitzen. Aber dann hätte man wahrscheinlich schon ziemlich gute Ergebnisse.

Viele Grüße,
Dirk

haha, ich hab mich mal schlau

haha, ich hab mich mal schlau gemacht: Es geht tatsächlich auch mit Smartphones alleine. Man muss dafür ein Event anlegen, dann können bis zu 4 Leute filmen und einer kann zwischen den einzelnen Streams umschalten. Das müsste man mal ausprobieren.

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